Marco Ziglioli, Gründer von myeliv
Mein Name ist Marco Ziglioli. Ich bin 1976 geboren, lebe in Minusio im Tessin.
Im Dezember 2020 wurde ich mit Multipler Sklerose diagnostiziert. Ich war damals 44 Jahre alt.
Begonnen hat es mit Augenproblemen, einem leichten Taubheitsgefühl und Problemen mit dem Gleichgewicht. Die Diagnose hat viele Fragen ausgelöst. Was heisst das jetzt? Wie sieht meine Zukunft aus? Kann ich weiterhin arbeiten? Gerade am Anfang war da viel Unsicherheit.
Heute achte ich anders auf meinen Körper. Energie, Stress, Hitze und Schlaf sind für mich wichtige Faktoren geworden. Ich habe gelernt, genauer hinzuhören und meinen Körper ernst zu nehmen. MS verändert den Alltag, aber sie soll nicht alles bestimmen.
Nach meiner Diagnose hat mir vor allem eines gefehlt: Unterstützung, um zu verstehen, was es wirklich bedeutet, mit MS zu leben.
Ich habe verschiedene Apps und Tools ausprobiert, war aber mit keiner Lösung wirklich glücklich. Viele Anwendungen waren auf reine Dateneingabe ausgelegt. Man konnte Symptome, Werte oder Notizen erfassen, aber danach blieb man mit den Fragen oft allein: Was bedeutet das für meinen Alltag? Gibt es Muster? Warum geht es mir an manchen Tagen schlechter? Und wie kann ich meinem Arzt oder meiner Ärztin besser erklären, was zwischen den Terminen passiert ist?
Ich wollte keine App, die mir Angst macht. Und ich wollte auch keine App, die so tut, als könne sie MS behandeln. Mir fehlte eine ehrliche Begleitung im Alltag — etwas, das hilft, die eigene Energie, Fatigue, Schlaf, Stress, Hitze und Symptome besser zu verstehen.
Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich dann entschieden: Ich baue das selbst. Nicht, weil ich eine perfekte Lösung versprechen kann, sondern weil ich eine App entwickeln wollte, die ich selbst gerne gehabt hätte. Mit Funktionen, die mir im Alltag wirklich helfen würden — und die auch anderen Menschen mit MS helfen können, ihre Krankheit besser zu verstehen.
Beruflich arbeite ich als Teamleiter im Kundendienst 2nd Level bei einem Kreditkartenherausgeber. Dort habe ich täglich mit Menschen, komplexen Anliegen und verständlicher Kommunikation zu tun. Diese Erfahrung hilft mir auch bei myeliv: Eine gute Lösung muss nicht nur technisch funktionieren, sondern für Menschen verständlich, zugänglich und hilfreich sein.
Zurzeit absolviere ich die Ausbildung zum AI Business Specialist mit eidg. Fachausweis. Der Abschluss ist für November 2026 geplant. Im Rahmen dieser Ausbildung habe ich begonnen, mich intensiv mit künstlicher Intelligenz, digitalen Prozessen und der Frage zu beschäftigen, wie Technologie Menschen im Alltag konkret unterstützen kann.
Ich bin kein klassischer Software-Entwickler. myeliv ist durch Selbststudium, Ausprobieren und KI-Unterstützung entstanden. Aber ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Ich weiss, wie es ist, mit MS zu leben, Fragen zu haben und den eigenen Alltag besser verstehen zu wollen. Genau aus dieser Kombination ist myeliv entstanden.
myeliv versteht sich als Selbstmanagement-App und Alltagshilfe für Menschen mit Multipler Sklerose. Die App soll helfen, den eigenen Alltag besser zu verstehen: Wie entwickeln sich Energie, Fatigue, Schlaf, Stress oder Symptome? Gibt es Muster? Welche Informationen könnten für das nächste Arztgespräch hilfreich sein?
Genauso wichtig ist, was myeliv nicht macht.
myeliv ist kein Medizinprodukt. Die App stellt keine Diagnosen, ersetzt keine medizinische Fachperson und gibt keine Therapieempfehlungen. myeliv entscheidet nicht über Behandlungen, bewertet keine Medikamente und verspricht keine Heilung. Medizinische Fragen gehören immer in die Hände von Ärztinnen, Ärzten und Fachpersonen.
myeliv ist werbefrei. Nutzerdaten werden nicht verkauft. Gerade weil es um persönliche und sensible Gesundheitsdaten geht, ist Vertrauen für mich eine Grundvoraussetzung.
myeliv entsteht aktuell als Solo-Projekt in der Schweiz. Ich entwickle die App von Minusio im Tessin aus und arbeite Schritt für Schritt daran, eine Lösung aufzubauen, die fachlich verantwortungsvoll, technisch stabil und datenschutzbewusst ist.
Die technische Grundlage basiert auf Supabase mit Serverstandort Paris. Für KI-gestützte Funktionen wird Mistral AI eingesetzt, ein französischer Anbieter mit Servern in der EU. Dabei gilt für mich ein klarer Grundsatz: Nutzerdaten werden nicht verkauft und nicht für das Training von KI-Modellen verwendet.
Datenschutz ist für myeliv kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil des Produkts. Die App arbeitet mit persönlichen und potenziell sensiblen Gesundheitsinformationen. Deshalb ist Transparenz wichtig: Nutzerinnen und Nutzer sollen nachvollziehen können, welche Daten sie erfassen, wofür diese genutzt werden und welche Grenzen myeliv hat.
Ein fachlicher Beirat ist geplant. Dazu sollen medizinische Fachpersonen, zum Beispiel eine Neurologin, sowie Betroffene gehören. So soll myeliv nicht nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus wachsen, sondern auch durch medizinische Einschätzung, Alltagserfahrung und ehrliches Feedback aus der MS-Community.
Mein Ziel mit myeliv ist einfach: Ich möchte Menschen mit MS helfen, ihren Alltag besser zu verstehen.
MS zeigt sich nicht jeden Tag gleich. Manchmal sind es Energie, Fatigue, Schlaf, Stress oder Hitze, die den Tag beeinflussen. Manchmal merkt man erst im Rückblick, dass sich ein Muster wiederholt. Genau hier soll myeliv unterstützen: nicht mit Angst, nicht mit falschen Versprechen, sondern mit mehr Klarheit über den eigenen Alltag.
myeliv soll Betroffenen helfen, ihre persönlichen Muster besser zu erkennen. Angehörige können dadurch besser verstehen, was im Alltag mit MS passiert. Und für Arztgespräche kann die App helfen, Entwicklungen zwischen den Terminen besser sichtbar zu machen.
Ein Erfolg wäre für mich, wenn Menschen sagen: myeliv hilft mir, mich selbst besser zu verstehen. Es hilft mir, vorbereitet in Gespräche zu gehen. Und es gibt mir das Gefühl, mit meinen Fragen nicht allein zu sein.
Ich möchte, dass Menschen spüren: Hinter myeliv steht jemand, der MS selbst kennt. Jemand, der ehrlich sagt, was die App kann und was nicht. Und jemand, der eine Lösung bauen möchte, die im Alltag wirklich unterstützt.
Du möchtest mehr über myeliv erfahren, Feedback geben oder deine eigenen Erfahrungen mit MS teilen?
Dann freue ich mich über deine Nachricht. myeliv entsteht nicht hinter verschlossenen Türen, sondern Schritt für Schritt mit Rückmeldungen von Menschen, die MS aus dem Alltag kennen.
Schreib mir direktoder per E-Mail: marco@myeliv.app